Worum geht es bei der Hochschulstrukturreform?

Wie du in den letzten Monaten aus der Presse sowie diversen Mails erfahren konntest, steht der Universität Koblenz-Landau eine Zeit mit besonderen Herausforderungen bevor. Als Folge des Hochschulzukunftsprogramms (HZP) steht eine Umstrukturierung der Hochschullandschaft in Rheinland-Pfalz an. Dabei sollen zunächst die Standorte der Universität Koblenz-Landau entflochten werden. Der Standort Koblenz soll sich anschließend zu einer eigenständigen Universität in enger Kooperation mit der FH Koblenz entwickeln. Für den Standort Landau hingegen ist eine Zusammenführung mit der TU Kaiserslautern angedacht.

Wie kam es dazu?

Auf diese einfache Frage gibt es keine ganz so einfache Antwort. Es wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder über eine Zusammenführung der TU Kaiserslautern und dem Standort Landau diskutiert. Das aktuelle Wissenschaftsministerium (MWWK) des Landes Rheinland-Pfalz hat das Hochschulzukunftsprogramm zum Anlass genommen und auf dessen Grundlage einige Monate später die Entscheidung getroffen die Universität Koblenz-Landau zu trennen und den Standort Landau mit der TU Kaiserslautern zusammenzuführen.

„Wir werden den Universitätsstandort Landau mit der TU Kaiserslautern zusammenführen. {…} Diese neue Organisationsstruktur ist ein Stärkungsprozess, der die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung legt.“ – Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf

Was ist bisher passiert?

Im April 2017 wurde auf Wunsch des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK), eine Expert*innenkommission mit der Aufgabe betraut, die Hochschullandschaft im Gesamten zu betrachten und Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung zu formulieren.




Im April 2018
wurde dann das Hochschulzukunftsprogramm veröffentlicht und vorgestellt. In diesem stellte die Expert*innenkommission fest, dass es in einigen Bereichen Kooperationsmöglichkeiten zwischen der TU Kaiserslautern und dem Standort Landau gibt. Dies nahm das MWWK zum Anlass, über eine Umstrukturierung der Hochschullandschaft in Rheinland-Pfalz nachzudenken.

Im Februar 2019 stellte das MWWK dann seine Entscheidung der Öffentlichkeit vor. In dem Konzept des Ministeriums sollen zunächst die Standorte der Universität Koblenz-Landau entflochten werden. Der Standort Koblenz soll sich anschließend zu einer eigenständigen Universität in enger Kooperation mit der FH Koblenz entwickeln. Für den Standort Landau hingegen ist eine Zusammenführung mit der TU Kaiserslautern angedacht.




Im Mai 2019
traf sich dann zum ersten Mal die Steuerungsgruppe, welche vom MWWK ins Leben gerufen wurde. Diese soll den Gesamtprozess organisieren, strukturieren und überwachen. Aus der Steuerungsgruppe heraus wurden dann mehrere Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die sich mit spezifischen Themengebieten der Umstrukturierung der beiden Universitäten beschäftigen sollen. Zusätzlich wurde eine neue Expert*innenkommission ins Leben gerufen, welche sowohl dem MWWK als auch der Steuerungsgruppe während der Umstrukturierung beratend zur Seite stehen soll.

Was ist das Ziel?

Das Ziel ist eine gestärkte Hochschullandschaft mit zwei neuen universitären Einrichtungen, die durch ihre zukunftsweisenden Profile nicht nur regionale und nationale sondern auch internationale Strahlkraft besitzen.

Das MWWK unterstützt diese Vision durch folgende Argumente:

Durch den Zusammenschluss der TUK mit dem Standort Landau …

… würde eine Universität mit ca. 19 000 Studierenden (ohne Fernstudierende) entstehen, welche durch ihre hochwertigen Studiengänge sowie deren ausgewiesenen Forschungsstärken besser wahrgenommen werden würde.

… würde die Möglichkeit entstehen, neue Forschungscluster zu entwickeln.

… könnte eine Kooperation der Standorte zu einer möglichen Erweiterung des bisherigen Studienangebots führen.

… könnten sich beim Erhalt der Studienfächer, durch einen aktiven Austausch zwischen den Standorten Perspektiven zu deren Qualitätssteigerung entwickeln.

… könnten neue Potentiale in der Weiterentwicklung der Wissenschaftsregion Pfalz entstehen. Dies könnte die Vernetzung sowie Kooperation mit weiteren Akteuren in der Region vertiefen.

Wie kann dies erreicht werden?

Zunächst muss die Universität Koblenz-Landau geordnet und professionell begleitetet entflochten werden. Daran anschließend braucht es eine Übergangszeit, in der sich die TU Kaiserslautern und der Standort Landau in einem Universitätsverbund auf Augenhöhe annähern können. Dies gibt den Verwaltungen die Möglichkeit, eine Einheit zu werden sowie den wissenschaftlichen Einrichtungen den Raum, um Kooperationen aufzubauen. Das Ziel muss dabei sein, eine funktionsfähige Einrichtung mit einer gemeinsamen Identität sowie einem einzigartigen Profil zu schaffen. Abschließend steht dann der Schritt vom Universitätsverbund zu einer neuen, starken Universität.



Wer ist betroffen?

Jede*r!

Alle Angehörigen der Universität sind von der Umstrukturierung unmittelbar betroffen. Der AStA Landau befürchtet unter anderem, dass es während der Umstrukturierung zu einer Verschlechterung der Studienbedingungen (z.B. Ausfall von Veranstaltungen, weniger Betreuungen von Abschlussarbeiten etc.) kommen könnte, da der Prozess der Umstrukturierung viel Zeit von den Beteiligten beanspruchen wird.


Wie lange dauert der Prozess?

Vergleichbare Zusammenführungen an anderen Universitäten haben einen Zeitraum von etwa 15 Jahren eingenommen. Die Dauer dieses Prozesses wird durch Kooperation und Interaktion verschiedenster Akteur*innen beeinflusst.

Du hast Fragen oder möchtest dich einbringen?

Für Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Wenn du Interesse hast, an dem Prozess mitzuwirken, freuen wir uns sehr über deine Unterstützung. Vorerfahrungen in hochschulpolitischer Arbeit sind hilfreich, jedoch absolut keine Voraussetzung. Durch deine Beteiligung kannst du nicht nur an einem einzigartigen Prozess mitwirken, sondern auch besondere Erfahrungen und Eindrücke sammeln sowie diverse wichtige Kompetenzen entwickeln und ausbauen.

Du möchtest noch weitere Informationen zu diesem Prozess? Hier findest du Informationen des MWWK. Die Zugangsdaten hierzu findest du hier. Von der Universität Koblenz-Landau bereitgestellte Informationen findest du hier.

Bei Fragen oder Anregungen kannst du dich gerne an folgende Mail-Adresse wenden:

hochschulpolitik@asta-landau.de

Unsere Positionen

Wir treten ein für…

  • eine gemeinsame Identität der entstehenden Universität aus Kaiserslautern und Landau.
  • eine Verbesserung der Bedingungen am Standort Landau in Lehre, Wissenschaft und Verwaltung.
  • eine geordnete und professionell begleitete Entflechtung der Universität Koblenz-Landau.
  • eine Übergangszeit, in der sich die TU Kaiserslautern und der Standort Landau in einem Universitätsverbund auf Augenhöhe annähern können.
  • die Strategie- und Handlungsfähigkeit Landaus während der Dauer des Prozesses.
  • eine bessere Gesamtfinanzierung der durch die Hochschulstrukturreform betroffenen Universitäten.
  • eine vollumfängliche Finanzierung des Umstrukturierungsprozesses, die nicht aus Hochschulpaktmitteln stammen darf.

Pressemitteilungen des AStA Landau zu diesem Thema

…findest du hier.


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